Marx-Engels-Forum

Mitte, Ortsteil Mitte
Name ab 16.2.1983
Name bis 1.12.1991
Namen
(früher/später)
Oderberger Straße (Mittelalter)
Georgenstraße (Mittelalter-1701)
Königstraße (1701-1951)
Rathausstraße (1951-1983, 1991)
Namens-
erläuterung
Marx, Karl Heinrich, * 5.5.1818 Trier, † 14.3.1883 London, Philosoph.
Marx studierte ab 1835 in Bonn, 1836 in Berlin – hier wohnte er u. a. in Alt-Stralau 18, heute Friedrichshain – Jura, Philosophie, Geschichte und wurde 1841 promoviert. 1842/43 war er Chefredakteur der liberal-oppositionellen „Rheinischen Zeitung“ in Köln, und nach ihrem Verbot ging er nach Paris. Marx kam unter dem Einfluß Feuerbachs zum philosophischen Materialismus, danach unter dem Einfluß der französischen utopischen Sozialisten zum revolutionären Sozialismus. 1847 trat er gemeinsam mit seinem Freund Friedrich Engels dem „Bund der Kommunisten“ bei. Sie verfaßten zusammen als Programmschrift für den Bund das „Kommunistische Manifest“, das 1848 in London erschien. 1848/49 war Marx Chefredakteur der „Neuen Rheinischen Zeitung“ in Köln, bis er im Mai 1849 via Frankreich nach London emigrierte. Marx war maßgebend an der Gestaltung der Internationalen Arbeiterassoziation (Internationale) beteiligt. Seine Lehren wurden sowohl von den Sozialdemokraten als auch von den Kommunisten als theoretischer Ausgangspunkt anerkannt. Zu seinen wichtigsten Werken gehören „Die Heilige Familie“, „Der 18te Brumaire des Louis Bonaparte“, „Das Kapital“, „Zur Kritik der politischen Ökonomie“, „Der Bürgerkrieg in Frankreich“.

Engels, Friedrich (Pseud. Friedrich Oswald), * 28.11.1820 Barmen, heute zu Wuppertal, † 5.8.1895 London, Philosoph.
Sein Vater war ein wohlhabender Industrieller. Engels erhielt eine kaufmännische Ausbildung und studierte 1841/42 neben seinem Militärdienst in Berlin Philosophie. Während seiner Tätigkeit im väterlichen Zweiggeschäft in Manchester von 1842 bis 1844 bekam er einen gründlichen Einblick in die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Textilarbeiter in England, der seine zukünftige wissenschaftliche Arbeit stark beeinflußte. Von 1845 bis 1847 lebte er in Brüssel und Paris, mit Marx gehörte er zu den Mitbegründern eines Kommunistischen Korrespondenzkomitees. Während der Revolution 1848/49 war Engels führend an der "Neuen Rheinischen Zeitung" tätig und beteiligte sich am badisch-pfälzischen Aufstand. Nach der Niederlage der Revolution kehrte er nach England zurück. Er arbeitete in seinem Beruf und unterstützte Marx sowohl finanziell als auch bei der Ausarbeitung philosophischer, politischer und ökonomischer Positionen. Zu Engels' bekanntesten Schriften gehören "Herrn Eugen Dührings Umwälzung der Wissenschaft", "Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staates" und "Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen deutschen Philosophie".
  1983 wurde der Teil der Rathausstraße von der Spandauer Straße bis zur Spree in Marx-Engels-Forum umbenannt. 1991 erfolgte die Rückbenennung. Die ehemals hier vorhandene dichte Blockbebauung mit Wohnungen und Geschäftshäusern war im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört worden und wurde nach 1945 abgetragen. Eine zwischenzeitlich auf dieser Fläche angelegte Grünanlage wurde in den achtziger Jahren in das Marx-Engels-Forum umgewandelt, eine parkartige Freifläche mit einer Denkmalsanlage, die Karl Marx und Friedrich Engels gewidmet ist. Im Zentrum der Anlage steht ein von Bildhauer Ludwig Engelhart geschaffenes, aus Bronze gegossenes Marx-Engels-Monument ohne Sockel, das in doppelter Lebensgröße Karl Marx sitzend und Friedrich Engels an seiner linken Seite stehend zeigt.
aktueller Name Rathausstraße


© Edition Luisenstadt, 2008
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