Lewin, Louis

* 09.11.1850 Tuchel/Westpreußen,
† 01.12.1929 Berlin,
Mediziner.

L. studierte in Berlin Medizin und wurde 1875 promoviert. 1878 wurde er Assistent bei Oskar  Kontext: Liebreich, Oskar Liebreich am Pharmakologischen Institut der Universität, Luisenstraße, wo er sich 1881 habilitierte. Er eröffnete einen Hörsaal in der Ziegelstraße 3, wo er Unterricht als Privatdozent gab, und engagierte sich u. a. im Komitee für Obdachlosenasyle. L. stellte als einer der ersten Mediziner wissenschaftliche Untersuchungen zur Morphinsucht an und gilt als Begründer der modernen Rausch- und Gewebegiftforschung. 1894 wurde er a. o. und 1919 o. Professor an der TH Charlottenburg. In der Jüdischen Gemeinde zu Berlin war L. einer der Repräsentanten der konservativen Fraktion. Sein Ehrengrab befindet sich auf dem Friedhof der Jüdischen Gemeinde zu Berlin (Weißensee). Eine Gedenktafel in der Ziegelstraße 5 erinnert an sein Wirken. Eine U-Bahn-Station, eine Straße und eine Brücke in Hellersdorf wurden nach ihm benannt.

 

© Edition Luisenstadt, 2002
Stand: 19. Mrz. 2002
Berliner Bezirkslexikon, Mitte
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