Pick, Ludwig

* 31.08.1868 Landsberg/Warthe,
† Februar 1944 Theresienstadt,
Mediziner.

P. stand nach der Promotion 1893 bis 1906 dem Pathologisch-anatomischen Laboratorium der privaten Klinik und Poliklinik für Frauenkrankheiten von Dr. Leopold Landau, Linienstraße 111 (Mitte), vor. 1899 habilitierte sich P. für pathologische Anatomie in Berlin, wurde 1909 Titularprofessor und 1921 Honorarprofessor für Pathologie an der Medizinischen Fakultät der Berliner Universität. 1906 hatte er die Nachfolge von David Hansemann (1858–1920) als Direktor des Pathologischen Instituts am Städtischen  Kontext: Krankenhaus im FriedrichshainKrankenhaus im Friedrichshain angetreten. Das Institut galt unter seiner Leitung als eine der besten Einrichtungen dieser Art in Deutschland. P. selbst hatte einen Ruf als "Meister der pathologisch-anatomischen Diagnostik". Er veröffentlichte über 100 Arbeiten pathologisch-anatomischen Inhalts, insbesondere über Pigmente, Geschwülste, Nervenerkrankungen sowie über Krankheiten des Stoffwechsels. Seine makroskopische Sammlung farbig konservierter anatomischer Objekte (eine von P. ausgearbeitete Form der Konservierung), wurde zur Sehenswürdigkeit für Besucher aus aller Welt. (Die Sammlung wurde im Februar 1945 durch Bomben vernichtet.) P. musste 1933 sein Amt aufgeben, durfte jedoch als einziger jüdischer Arzt wegen seiner international anerkannten Autorität noch bis 1938 am Krankenhaus tätig sein. Das Angebot eines Lehrstuhls an der Universität Chicago, das er 1933 erhalten hatte, schlug er wegen seiner Verbundenheit mit dem Krankenhaus und seiner deutschen Heimat aus. Am 16.06.1943 wurde er mit dem 91. Alterstransport nach Theresienstadt deportiert. Die Ludwig-Pick-Straße wurde nach ihm benannt.

© Edition Luisenstadt, 2002
Stand: 21. Okt. 2003
Berliner Bezirkslexikon, Friedrichshain-Kreuzberg
www.berlingeschichte.de/Lexikon/Index.html