Kunheim, Hugo

* 17.06.1838 Berlin,
† 23.03.1897 Berlin,
Industrieller.

Nach dem Studium der Chemie trat K. 1864 in die von seinem Großvater, Heinrich Kunheim (1781–1841), auf dem Kreuzberg gegründete und später auf dem Tempelhofer Feld angesiedelte Chemiefabrik ein, deren Leitung er 1877 übernahm. Er führte das amerikanische Deacon-Verfahren zur Chlorgewinnung in Deutschland ein und benutzte es zur Gewinnung von chlorsaurem Kali. Die Fabrik chemischer Produkte Kunheim & Co. wuchs unter seiner Führung zum größten Ammoniakproduzenten Deutschlands und Hersteller druckverflüssigter Kohlensäure. K., der zu den Pionieren der Produktion verflüssigter Gase zählt, besaß auch Ziegeleien und Braunkohlengruben. Die Fabrik befand sich 1874 in der Bergmannstraße 2, später wurde sie wegen der von ihr ausgehenden Geruchsbelästigung an die Oberspree verlegt. Er wohnte Lindenstraße 26 (1874), später Nr. 23. Sein Grab befindet sich auf dem  Kontext: Friedrichswerderscher FriedhofFriedrichswerderschen Friedhof.

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Stand: 21. Okt. 2003
Berliner Bezirkslexikon, Friedrichshain-Kreuzberg
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