Friedrich-Ludwig-Jahn-Oberschule (OH)

Kreuzberg,
Graefestraße 85-88.

Nach Plänen von Hermann  Kontext: Blankenstein, Hermann Wilhelm AlbertBlankenstein entstanden 1888–1890 die Mauerwerkbauten im Stil des Akademischen Historismus, bestehend aus Lehrerwohnhaus und Turnhalle an der Straßenfront und zwei viergeschossigen sich im Hof frontal gegenüberstehenden Klassentrakten. Wohnhaus und Turnhalle sind mit roten Ziegeln verblendet. Ersteres zeigt im Erdgeschoss Terrakotta-Zierbänder, Stichbogenfenster und schweres Konsolgesims, im übrigen Rechteckfenster mit zum Teil schwerer Verdachung. Die Halle, ähnlich im Schmuck, präsentiert hohe gepaarte Rundbogenfenster. An den schlichten Klassengebäuden sind Sockel und Hauptgesims rot mit braunen Schmucksteinen, die obere Fassade gelb mit roten Schmucksteinen verblendet. In den Schulkomplex zogen 1890 die 1884 in der Wassertorstraße gegründete 114. (Mädchenschule bis 1926) und die 1888 in der Britzer Straße (heute Kohlfurter Straße) gegründete 176. Gemeindeschule (Knabenschule bis 1926). Später gründeten sich hier noch die 184. und die 144. Gemeindeschule. Um die Jahrhundertwende wurden in dem Komplex etwa 2700 Schüler unterrichtet. Auch Volkschule und Berufsschule hatten vor 1945 hier ihr Domizil. 1951 profilierte sich hier die 4. Oberschule Praktischen Zweiges (OPZ), die am 06.01.1955 den Namen Friedrich Ludwig  Kontext: Jahn, Friedrich LudwigJahns erhielt. 1968 entwickelte die F. nach vielfachen Umbauten und Ausstattungen mit Fachkabinetten das heutige Profil als Hauptschule. Der Gebäudekomplex steht unter Denkmalschutz.

© Edition Luisenstadt, 2002
Stand: 21. Okt. 2003
Berliner Bezirkslexikon, Friedrichshain-Kreuzberg
www.berlingeschichte.de/Lexikon/Index.html