March, Paul

* 9.8.1830 Saargemünd,
† 20.7.1903 Charlottenburg,
Unternehmer.

Der älteste Sohn von Ernst  Kontext zu: March ErnstMarch und Sophie  Kontext zu: March SophieMarch besuchte die Gewerbeschule und Peter Beuth's (1781-1853) Gewerbeinstitut in Berlin, absolvierte eine Lehre im väterlichen Betrieb und besuchte die Königliche Akademie der Künste. Nach seiner Wanderschaft trat er 1852 die Geschäftsführung an, übernahm 1863 mit seinem Bruder Emil March (1841-1908?) die Leitung der Tonwarenfabrik Ernst March, die ab 1865 unter "Ernst March & Söhne" firmierte. M. legte zunächst sein Augenmerk auf die Herstellung von Bauterrakotten zur Ausschmückung von Gebäuden, Parkanlagen und Grabstätten. Karl Friedrich  Kontext zu: Schinkel Karl FriedrichSchinkel hatte solchen Bauschmuck für seine Backsteinbauten eingesetzt und die Könige  Kontext zu: Friedrich Wilhelm IVFriedrich Wilhelm IV. und  Kontext zu: Wilhelm IWilhelm I. förderten den Einsatz der Terrakotten ebenfalls. Ein bedeutender Meilenstein im Aufstieg Ms. und der Firma war die Ausgestaltung des Roten Rathauses 1861 bis 1869. M. lieferte die figürlichen und ornamentalen Reliefs an der Hauptfassade, der Ost- und der Westseite, der Frontseiten der Balkonbrüstungen und die Reliefs unter den Fenstern des ersten Stocks sowie das Wappen über dem Portal. Passgenauigkeit, Farbqualität und Wetterfestigkeit der Produkte der Firma March machten sie konkurrenzlos in Deutschland und brachten zahlreiche Auslandsaufträge. Viele Backsteinkirchen in Berlin, die Charlottenburger  Kontext zu: Kirche Alt LietzowKirche Alt-Lietzow, Gymnasien und Museen wie das Kunstgewerbemuseum, Militär- und Polizeigebäude, wie die Kriegsakademie Unter den Linden, das  Kontext zu: Haus des SaeuglingsStädtische Krankenhaus Charlottenburg, die Passage zwischen Unter den Linden und Behrenstraße waren mit Terrakottaelementen der Fa. March & Söhne geschmückt. M. wurde 1867 zum Kommerzienrat ernannt, war 1876 bis 1878 Stadtverordnetenvorsteher in Charlottenburg und Vorstandsmitglied zahlreicher Vereine. M. wurde auf dem  Kontext zu: Evangelische Schule CharlottenburgEvangelischen Luisen-Friedhof I, Guerickestraße 5-9 bestattet.

Quellen und weiterführende Literatur:
Literatur[ Jochens/Hünert ]

 

© Edition Luisenstadt, 2005    Stand: 3. Jan. 2005
Berliner Bezirkslexikon, Charlottenburg-Wilmersdorf
www.berlingeschichte.de/Lexikon