Knoblauch-Haus

Inschrift:
KNOBLAUCHHAUS /
ZEUGNIS BÜRGERLICHER WOHNKULTUR /
BAUHERR JOHANN CHRISTIAN KNOBLAUCH /
ERWARB 1750 IN BERLIN DAS BÜRGERRECHT /
UND LIESS DAS GEBÄUDE ERRICHTEN. /
SEIN ENKEL CARL KNOBLAUCH, STADTRAT, /
ABGEORDNETER DES KURMÄRKISCHEN LANDTAGS, /
VERFASSTE DIE DENKSCHRIFT ÜBER DIE NEUORDNUNG /
DER GEWERBEORDNUNG IM ZUGE DER STEIN-/
HARDENBERGSCHEN REFORMEN. /
ALS VORSTAND UND SCHATZMEISTER DES VEREINS /
DER KUNSTFREUNDE BESUCHTEN IHN IN DIESEM HAUS /
SCHINKEL, BEUTH, SCHADOW, SCHLEIERMACHER, /
RAUCH, TIECK, BEGAS. /
EDUARD KNOBLAUCH, ARCHITEKT FÜR DEN BAU /
DER RUSSISCHEN BOTSCHAFT UND DER JÜDISCHEN SYNAGOGE, /
BEGRÜNDETE DEN BERLINER ARCHITEKTENVEREIN. /
ARMAND KNOBLAUCH GRÜNDETE 1868 DAS BÖHMISCHE /
BRAUHAUS. /
BERNHARD KNOBLAUCH RICHTETE UNFALLSTATIONEN /
UND DAS KRANKENTRANSPORTWESEN EIN UND /
GRÜNDETE DEN VERBAND DER ERSTEN HILFE.

Technische Daten:
Metalltafel, 101 cm x 95 cm

Standort:
Poststraße 23 (Mitte)
Verkehrsanbindung Bus 142, 257 bis Mühlendammbrücke; U 2 bis Klosterstraße|||

Knoblauch-Haus Im Jahre 1685 wurde das Haus Nr. 1, an der Ecke zur heutigen Rathausstraße gelegen, als Posthaus eingerichtet. Das älteste erhaltene Wohnhaus im Nikolaiviertel ist das nach seinem ersten Besitzer benannte Knoblauch-Haus in der Poststraße 23. Johann Christian Knoblauch war ein Nadlermeister, der sich 1750 in Berlin selbständig machte. Er kaufte am 29.6.1759 das Grundstück in der Poststraße. Im Februar 1760 wurde das alte Haus, das aus dem Jahre 1681 stammte, abgerissen. Am 22.1.1761 hatte J. C. Knoblauch ein Gesuch um Baumaterialien an Friedrich den Großen gestellt, der es am 8.4.1761 positiv entschied. 1806 wurde es klassizistisch umgestaltet und 1835 erhielt es den Rankenfries. Bis 1928 war es in ihrem Besitz. Im Jahre 1929 erwarb die Stadt Berlin das Gebäude. Heute befinden sich hier seit 1958 die Historischen Weinstuben und ab 1988 ein Museum. Das schmale, dreigeschossige Gebäude mit der frühklassizistischen Fassade am Eingang der Poststraße stammt aus dem Jahre 1800.

Einweihung 17.2.1989

Bemerkungen:
Die auf der Gedenktafel genannten Personen werden im biographischen Teil vorgestellt. Am 17.2.1989 wurde das Knoblauch-Haus offiziell eröffnet.

Literaturhinweise
Berliner Geschichte. Dokumente, Beiträge, Informationen. Stadtarchiv der Hauptstadt der DDR, 1989, Heft 10
Das Knoblauchhaus. Familie Knoblauch - ein Beitrag zur Stadtgeschichte Berlins im 19. Jahrhundert. Märkisches Museum, Museum Knoblauchhaus, Berlin 1997
Die Bau- und Kunstdenkmale in der DDR, Hauptstadt Berlin, Bd. I, a. a. O.
Nicolai, Friedrich: Beschreibung der Königlichen Residenzstadt Berlin, a. a. O.
Kieling, Uwe: Baumeister und Bauten. a. a. O.
Geschichte und Wiederaufbau des Nikolaikirchenviertels in Berlin, a. a. O.


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