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Vier Dörfer und eine Stadt

Petra Zwaka und Wilfried Postier zur Bildung des neuen Großbezirks im Süden

Berlin verändert sein Gesicht und auch seine Verwaltungsstruktur. Aus dreiundzwanzig Stadtbezirken werden zwölf. Nur Spandau, Neukölln und Reinickendorf bleiben unverändert erhalten. So sieht es das Gebietsreformgesetz vom 10. Juni 1998 vor. Was achtzig Jahre lang der Stadt eine »innere Ordnung« gab, erweitert nur durch die drei neuen Großsiedlungsbezirke Hohenschönhausen, Marzahn und Hellersdorf, ist nun bald perdu. Wir fragen die Leiter von Heimatmuseen der Stadtbezirke, was diese Schnitte in die Berliner Seele bedeuten. Unsere Gesprächspartner diesmal: Petra Zwaka (Schöneberg) und Wilfried Postier (Tempelhof) aus dem künftig bevölkerungsreichsten Großbezirk der Hauptstadt.

Bekanntlich identifizieren sich die Berliner vor allem mit ihrem Kiez, erst in zweiter Linie mit dem Bezirk und der Gesamtstadt. Trotzdem gab es überall heftige Diskussionen um die Zusammenlegung der Stadtbezirke. Wie war das in Tempelhof und Schöneberg?
     Wilfried Postier: In Tempelhof gibt es in der Bevölkerung zahlreiche Vorbehalte gegen Tempelhof- Schöneberg.

Die soziale Zusammensetzung beider Stadtbezirke entwickelte sich sehr unterschiedlich, dieser hier ist stark konservativ geprägt. Ich persönlich hätte es glücklicher gefunden, wenn man uns mit einem Innenstadtbezirk verbinden würde, etwa mit dem Südteil von Kreuzberg. Der gehörte, wie die stets nach Norden auf Berlin blickenden historischen Dörfer Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde und Lichtenrade, bis zur Gründung von Groß-Berlin ebenfalls zum alten Landkreis Teltow. Diese Dörfer waren sehr lange allein ländlich strukturiert, eingebunden in das südliche Umland. Die Bauern fuhren auf die Märkte Berlins. Von der einstigen Stadt Schöneberg trennte und trennt uns die Bahnlinie. Aber Tempelhof wird wohl künftig vom reichen Kulturleben Schönebergs profitieren, und ich denke, daß Schöneberg Vorteile aus dem guten Bauzustand und der besseren Ausstattung unserer Schulen ziehen wird. Jeder Bezirk hat eine eigene Geschichte, eigenes Profil, das bedeutet gegenseitige Belebung, nicht nur finanzielle Ersparnisse der Verwaltung.
     Petra Zwaka: Die Schöneberger fühlen selbstbewußt städtisch, unterscheiden sich dadurch auch von Tempelhof. Irgendwie wirkt es heute noch nach, daß eine der beiden zu Beginn des 20. Jahrhunderts reichsten Städte Preußens (die Konkurrenz war Charlottenburg) hinüber auf die Siedlungsgebiete südlich vom Flughafen blickt.
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Schöneberg ist als Dorf 1264 gegründet worden, ab 1898 war es dann noch für 22 Jahre selbständige Stadt. Ich würde mir wünschen, daß bei den Einwohnern Neugierde auf den bisherigen Nachbarbezirk entsteht, wir wollen die Schöneberger auch mit unserem Museum dazu motivieren. Dorf und Stadt sind ja nicht einfach unter eine Glocke zu bringen. Die Friedenauer werden wie bisher in Schöneberg auch im künftigen Großbezirk weiter Friedenauer bleiben.

Was hat Ihr Bezirk in diesem Jahrhundert für die Entwicklung der Stadt bedeutet, welche Traditionen sind mit ihm verbunden?
     Petra Zwaka: Als das Jahrhundert begann, war Schöneberg zwei Jahre selbständige Stadt und hatte 96000 Einwohner. Zwanzig Jahre vorher waren es noch zwölftausend gewesen, 1910 war die Bevölkerung auf 173000 angewachsen. Es wurde eine erstaunlich reiche, vor allem bürgerlich geprägte Stadt. Ab 1910 leistete sich die Stadt vom Innsbrucker Platz bis zum Nollendorfplatz den Bau einer U-Bahn, der heutigen
U 4. Jahre vorher, so wird es erzählt, hörten hier die Kinder noch täglich um 18 Uhr das Fütterungsgebrüll der Löwen aus dem Charlottenburger Zoo kilometerweit herüberschallen, ein Signal, daß sie nun zum Abendbrot nach Hause mußten. Die Stadt Schöneberg wurde eine - stets von Berlin beeinflußte - moderne Großstadt mit allen, auch vielen sozialen Problemen.

Hier wirkten bedeutende Politiker, besonders aus dem linksliberal-bürgerlichen Spektrum, herausragend war das soziale Engagement von Politikerinnen der hier entstehenden bürgerlichen Frauenbewegung, etwa von Alice Salomon (1872-1948) zur Lage der Fabrikarbeiterinnen. 1906 eröffnete das Auguste-Victoria- Krankenhaus, mit schließlich 600Betten eines der größten Berlins. Die Stadt besaß eigene Lungenheilstätten im Grunewald und in Wiek auf Föhr, damals war Tuberkulose Volkskrankheit. Der zweite und letzte Schöneberger Oberbürgermeister Adolf Alexander Domenicus (1873-1945, OB von 1911-1920) wurde in den Auseinandersetzungen mit der Bodenspekulation der Terraingesellschaften, die die Gemeinden gegeneinander ausspielten, eine der treibenden Persönlichkeiten des Zweckverbands und der Bildung Groß-Berlins. 1921 war er mit dem Mandat der kleinen DDP auch kurzzeitig preußischer Innenminister. Beim Bau neuer Schulen hatte er erstmals auch Wert auf den Bau von Turnhallen gelegt, führte auch für Lehrlinge die Turnstunde ein, um den körperlichen Zustand der Stadtjugend zu verbessern. Domenicus war später Vorsitzender der deutschen Turnerschaft. Der erste Bundespräsident Theodor Heuss (1884-1963) begann seine politische Laufbahn als Stadtverordneter in Schöneberg.
     Wilfried Postier: Einst waren es die sogenannten »Kaisermanöver«, die das
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Tempelhofer Feld über Berlin hinaus bekannt machten, das ist lange her. Vor über einem Dreivierteljahrhundert wurde hier, weit vor der Stadt, der erste Verkehrsflughafen Deutschlands gegründet. In der Nazizeit wurde der Ausbau forciert und entsprechend der Ideologie verändert. Die Baumassen der Funktionsgebäude (eingeweiht 1939) belegen noch heute den Anspruch des Zentralflughafens Berlin- Tempelhof als bedeutendes Verkehrsluftkreuz Europas. Das setzte sich nach 1945 unter dem Vorzeichen des Ost-West-Konflikts fort. So ist das Selbstverständnis des ehemaligen Westberlins ohne die Luftbrücke 1948/49 kaum zu denken. Das betongezinkte Luftbrückendenkmal auf dem Platz der Luftbrücke (bis 1949 Platz vor dem Flughafen/U-Bahnhof Kreuzberg) erinnert daran.
     Als Vorortstadtbezirk wurde Tempelhof ein wichtiger Industriestandort. Bedeutende Maschinenbaubetriebe siedelten sich an, Ullsteins Presseimperium bekam hier in den zwanziger Jahren seine Zentrale. Aber trotz der baulichen Verdichtung, der Ansiedlung vieler Menschen, sind die einstigen Dorfkerne,

Museumsleiterin Petra Zwaka vor einer der Schöneberger Wunderkisten
die mit ihren liebenswerten Angern und den Dorfkirchen typisch märkisch sind, über die Jahrzehnte erhalten geblieben. Unser Museum ist ja hier in Mariendorf am Anger im hundertfünfzig Jahre alten Schulhaus untergebracht, das baulich kaum verändert ist. Marienfelde besitzt die älteste Dorfkirche Berlins, Lichtenrade hat sogar noch seinen alten Dorfteich behalten. Gibt es noch einen zweiten Dorfteich in Berlin?
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Was hat sich im Bezirk seit der Wiedervereinigung der Stadt verändert?
     Wilfried Postier: Vor allem wurden die alten Verbindungen zwischen Tempelhof und dem Umland neu geknüpft und ehemals vorhandene Strukturen wieder ins Leben gerufen. Der Normalbürger fährt einfach raus in die Mark, kauft am Straßenrand Mohrrüben und Spargel, stellt sein Auto dort auf den Parkplatz. Die Leute entdecken Dörfer, Städte, Wälder, Seen - völlig neue Freiheiten, längst normal.

Museumsleiter Wilfried Postier und der Taufengel aus der Lichtenrader Dorfkirche
Die Mauer war ja eine unnatürliche Trennung. Und bis 1920 beispielsweise bildeten Mahlow und Lichtenrade eine Gemeinde. Andererseits ist der Flughafen, die bekannteste Immobilie des Stadtbezirks, jetzt wieder ein ganz normales städtisches Areal, dessen künftige Nutzung allerdings noch immer offen ist. Bis 1990 stand er unter amerikanischer, also alliierter Oberhoheit, zu ihm gehörte bekanntlich auch ein Militärteil. Jetzt liegt gleich hinter der Stadtgrenze der Flughafen Schönefeld, er wird auch irgendwann von der Stadt umzingelt sein. Die Bundesstraße 96 führt wieder Richtung Dresden, und entsprechend hat sich der Verkehr entwickelt. Pendler kommen in die Stadt, und Tempelhofer Betriebe ziehen ins Umland. Auch große, wie Rolls Royce nach Dahlewitz oder Mercedes-Benz nach Ludwigsfelde. 1990 nahm der Bezirk eine Partnerschaft mit dem Kreis Zossen, inzwischen Teltow- Fläming, auf, da läuft kulturell sehr viel. Etwa unsere gemeinsame Ausstellung »Tage im November 89« mit dem Museum des Teltow in Wünsdorf,
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die im November dort eröffnet wurde und ab Mitte Februar für drei Monate hier in Mariendorf gezeigt wird! Da ist viel Privates, etwa Fotoalben und Erlebnisberichte von Anwohnern. Wir zeigen aber auch jenen Grenzscheinwerfer, der 28 Jahre lang einer Dame aus Lichtenrade direkt ins Schlafzimmer ihres Einfamilienhauses leuchtete, in dem schon ihre Eltern gelebt hatten. Sie hat ihn abmontiert und dem Museum vermacht.
     Petra Zwaka: Bei uns sind das Gesamtberliner Veränderungen, die sich auswirken. Ganz spontan - der Senat ist aus unserem großen Rathaus weggezogen, Schöneberg hat so wieder Platz, und auch wir haben im Umzugskarussell der Verwaltung unsere schöne Doppelvilla hier an der Hauptstraße abbekommen. Die wunderbare Bibliothek des Rathauses kann jetzt von allen Berlinern benutzt werden. Am U-Bahnhof Nollendorfplatz erhielten alle Trödler, die sich in den stillgelegten U-Bahn-Wagen eingemietet und dort ihre Waren gehandelt hatten, die Kündigung, denn die Verträge waren unter Vorbehalt bis zum Fall der Mauer geschlossen worden. Straßenbahnen gibt es in Westberlin schon seit 1967 nicht mehr. So ist die Geschichte, daß etwa um 1953, als die Bahnen noch durchfuhren, auf der Linie 74 am Potsdamer Platz Richtung Friedenau die Ostberliner Fahrerinnnen absteigen mußten, weil auf den Weststrecken nur Männer an die Kurbel durften, jetzt schon Uralthistorie. Die Buslinie 348 , unsere Sightseeing- Tour,
fährt zum Potsdamer Platz, dort kann man über die Veränderungen staunen, die im Schöneberger Stadtbild weniger deutlich sind. Leider haben wir die Fachhochschule für Sozialpolitik »Alice Salomon« an Hellersdorf verloren, wir hätten sie gern behalten. Industrie gab es hier wenig, bekannt ist das Reichsbahnausbesserungswerk RAW Tempelhof direkt an der Stadtbezirksgrenze gewesen, einst ein Ostbetrieb mitten im Westen.
     Heute lebt Schöneberg von seiner Vielfalt, ist Heimat für Menschen unterschiedlicher Herkunft. In manchen Schulklassen gibt es neun Nationalitäten. Eine reiche Kultur und die bunte Mischung, Offenheit und Toleranz gegenüber anderen Lebensformen - das ist für Schöneberg charakteristisch, ist unser Beitrag zur Hauptstadt.

Wie geht es mit dem Heimatmuseum im neuen Großbezirk weiter?
     Wilfried Postier: Der Kern unserer Ausstellung ist die Darstellung des Flughafens als ältester Verkehrsflughafen Deutschlands. Ein Gegenstand, bei dem sich viel von deutscher Geschichte dieses Jahrhunderts mitteilen läßt. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Zeit von 1933-1945. In den achtziger Jahren entstand eine Dokumentation über Bürger, die hier in der Nazizeit in Tempelhof verfolgt waren. Wir zeigen 60 Schicksale, ganz konkrete Menschen von nebenan in Geschichten und die Porträtfotos. Natürlich wissen wir, daß dies nur Beispiele sind -

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es wurden wesentlich mehr Bewohner des Stadtbezirks von den Nazis eingesperrt und ermordet. Wir zeigen, was hier im Kiez passierte, sozusagen die große Weltpolitik im Detail. Das werden wir auch künftig und in der Zusammenarbeit tun. Wir bleiben ein typisches Heimatmuseum.
     Petra Zwaka: Wir haben uns seit Sommer 1999 mit der Konzentration der Arbeit im Haus an der Hauptstraße in Schöneberg- Museum umbenannt. 50 % unseres Potentials geht in die Jugendarbeit, ein Ergebnis ist unsere berlinweit bekannte Ausstellung Wunderkammern - Wunderkisten, die auf das Prinzip der alten fürstlichen Schatz- und Raritätenkammern zurückgeht und Phantasie und Entdeckerfreude befördert. Wer möchte, kann sogar leere Wunder-Kisten mit Schätzen aus unserem Keller-Depot füllen, selbst begreifen. Die Jahresausstellung »Experiment Stadt - Schöneberg 1898/1920«, die noch bis zum Sommer in unserer Belletage zu sehen ist, bezieht sich in Thema und Methodik auf aktuelle Entwicklungen, etwa mit der Präsentation unserer Sammlung kostbarer historischer Baufotos. Heute sehen wir reiche alte Häuser, damals stöhnten die Leute über Dreck und den unerträglichen Baulärm, die Mieter, daß der frische Stuck herunterfiel, Risse in den Wänden auftauchten, Pfusch am Bau eben. Unsere Computeranimation erweitert die Ausstellung um eine sehr anschauliche, interaktiv nutzbare virtuelle Dimension.
Im Jugendbereich haben wir sehr komplex dazu Rollenspielplätze aufgebaut, die von unseren Theaterpädagogen betreut werden. Wir haben für die Zukunft einen guten Arbeitsfundus, der Literaturbestand des Hauses umfaßt etwa 3000 Bücher, im Zeitungsarchiv besitzen wir etwa das Teltower Kreisblatt ab 1867, alle Schöneberg-Friedenauer Lokalanzeiger bis zur Nachkriegszeitung »Der neue Westen« aus den Fünfzigern und Sechzigern.

Das Heimatmuseum fühlt sich zuständig für den Kiez und seine Tradition. Wie kann man den Menschen im neuen Großbezirk dieses Heimatgefühl erhalten?
     Wilfried Postier: Unabhängig von künftigen Organisationsstrukturen hat das Heimatmuseum ganz enge Kontakte zu den Anwohnern. Oft kommt jemand her, bringt eine Sammeltasse, die Urkunde über 25jährige Mitgliedschaft in der Friseurinnung oder die alte Pendeluhr von 1915 und möchte es ausgestellt haben. Alltagszeugnisse, kostbare Musaiksteine für unsere Ausstellungen. Tempelhof war 1945 sehr zerstört, die Leute hatten in den Luftschutzbunkern die Sachen von der Großmutter gerettet, und man sammelte dann wie wild. Vielleicht kam daraus auch bald ein sehr ausgeprägtes historisches Interesse. In Tempelhof und den anderen Dörfern im Bezirk gibt es Familien, die wohnen hier schon seit mereren Generationen. Unsere Heimatvereinigung für den Bezirk Tempelhof e.V., der Förderverein unseres Museums, schöpft auch aus dieser Ortsbindung.

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     Petra Zwaka: Wir sitzen mit unserem Museum im kaum noch sichtbaren alten Schöneberger Dorfkern an der Hauptstraße in zwei verbundenen Villen, gebaut 1873 und 1879, die sich die damals sprichwörtlichen »Schöneberger Millionenbauern« hinstellen ließen. Ich liebe dieses Haus, und es ist ein idealer Ort der Darstellung unserer Lokalgeschichte. Es geht dabei nicht so um einen romantischen Blick in die Vergangenheit, mehr um die Entwicklung historischen Bewußtseins, das auch kritisch sein soll, zu aktuellen Auseinandersetzungen anregt. Das Schöneberg- Museum hat Partner in Arbeitskreisen mit alten Menschen, mit Stadtteilinitiativen wie etwa »Frauen in Bewegung«, die die Schöneberger Frauengeschichte erforscht. Auch mit der Fachhochschule »Alice Salomon« arbeiten wir zusammen. Zum Beispiel beim Thema Mädchenbildung ist das nicht bloß historisch angelegt. Wir arbeiten auch mit engagierten Lehrern, wollen nicht nur sammeln, sondern Impulse geben, Phantasie anregen. Und die Kinder, die an den Vormittagen von der Schule kommen, sollen das am Nachmittag mit ihren Eltern tun. Obwohl die Namen der neuen Bezirke noch nicht feststehen, wurde gerade um sie heftig gestritten. Welcher Name wäre Ihnen am liebsten?
     Petra Zwaka: Oh, das ist ein sensibler Punkt, ich habe darauf noch keine Antwort, für mich ist bei der Bildung des Großbezirks Inhaltliches vordringlicher.
     Wilfried Postier: Ich plädiere klar für Tempelhof, der Name bezieht sich auf die Ortsgründung im Mittelalter, ist kein Allerweltsname. Immerhin waren die Templer während der Kreuzzüge und danach die ersten Multis der Geschichte, bevor sie dann wegen zu großer Machtfülle von den Territorialmächten zerschlagen wurden. Diesen Zusammenhang müssen die Schöneberger einfach schlucken.

Die Gespräche führte Bernd S. Meyer

Fotos: Bernd S. Meyer

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© Edition Luisenstadt, Berlinische Monatsschrift Heft 2/2000
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